Matoke, Matoke

oder: Das Rezept der Woche

Sie wissen schon wieder nicht, was Sie Ihrem Angetrauten zu Mittag kochen sollen? "Immer dasselbe" und keine Abwechslung in Sicht? - Das hat jetzt ein Ende, denn heute verraten wir Ihnen Rezepte aus Uganda! Natürlich serviert auf afrikanische Art...

Die wichtigste Vorbereitung für eine original ugandische Mahlzeit ist, dass Sie sich zunächst ein langes Kleid oder eine ugandische Gomarsy, das traditionelle Frauengewand, anziehen und alle hervorschauenden Körperstellen schön gebräunt sind. Und bitte keine Schuhe oder Strümpfe tragen, sonst sind Sie gleich entlarvt. Mit dieser ersten Vorbereitung wird die Überraschung für Ihren Mann perfekt sein!

Nun brauchen Sie, für die wichtigste Speise, nur noch einen lokalen Markt aufzusuchen, denn dort gibt es Matoke zu kaufen, grüne Kochbananen.

Matoke sind stärkehaltig, ähnlich wie Kartoffeln, und, richtig zubereitet, haben sie auch einen etwas ähnlichen Geschmack. Kaufen Sie auch gleich geriebene oder geröstete Erdnüsse ein, dazu grünes Blattgemüse, Maniok, Hirse und einen geräucherten Fisch.

An Gewürzen benötigen Sie lediglich Salz. Aber das können Sie, genau wie die ugandische Hausfrau, auch selbst herstellen. Nehmen Sie dazu eine leere Katzenfutter- oder Bohnendose. Stanzen Sie mit dem Büchsenöffner einige Löcher in den Boden und kleiden die Dose mit Bananen- oder Salatblättern aus. Mischen Sie Holzkohle-Asche vom letzten Braai-Abend mit etwas Wasser und füllen Sie dieses Gemisch in die präparierte Dose. Diese stellen Sie in eine kleine Schüssel. Nach und nach sickert eine bräunliche Flüssigkeit heraus, die salzig schmeckt: Uganda Salt.

Die Matoke-Bananen werden nun mit dem Messer geschält, in einen Topf gelegt und etwas Wasser hinzu gegeben, so dass der Boden gut bedeckt ist. Kochzeit bei kleiner Flamme: etwa eine Stunde.

Die ugandische Frau schlägt den Topf mit Bananenblättern aus oder gräbt ein Erdloch, in dem die Matoke, in Bananenblätter eingeschlagen, mit Glut bedeckt garen kann. Aber von der letzteren Version wäre Ihr Vermieter eventuell nicht uneingeschränkt begeistert.

Grünes Blattgemüse, in Uganda verwendet man Cowpeas oder Dodo, wird gedünstet und mit etwas Salz sowie einem Gemisch aus zermahlenen Erdnüssen und Wasser gewürzt. Auch den geräucherten oder getrockneten Fisch bereitet man mit Erdnusssoße zu.

Gemahlene Hirse und Kassawa (Maniok) werden zu gleichen Teilen vermengt und, unter Zugabe von Wasser, unter ständigem Schlagen mit dem Kochlöffel in einem Topf bei kleiner Flamme zu einem ugandischen Brot verarbeitet, das man Atapa nennt. Es sollte fest, aber nicht zu hart sein.

Sind die Matoke schön weich gekocht, werden sie fein zerstampft, so daß eine feste, teigige Masse von goldgelber Farbe entsteht.

Nun brauchen Sie nur noch einige Bast- oder Campingmatten auf Balkon oder Terrasse schön zu arrangieren und die verschiedenen Speisen in kleine Blechschüsseln zu verteilen. Füllen Sie eine Kanne mit lauwarmem Wasser und stellen Sie eine Plastikwanne bereit, so dass sich Ihr Göttergatte vor dem Essen zumindest die Hände waschen kann.

Kommt er nun von der Arbeit nach Hause, gehen Sie ihm mit einem Lächeln entgegen, das eine Mischung aus Selbstverständlichkeit und Geheimnis sein sollte. Üben Sie notfalls ein paar Minuten vor dem Spiegel!

Nach dem Hände waschen nehmen Sie mit untergeschlagenen oder angezogenen Beinen auf den Campingmatten Platz (Lächeln nicht vergessen!) und demonstrieren Ihrem Ehegatten die ugandische Essweise: In eine handliche Kugel aus Matoke oder Atapa drücken Sie mit dem Daumen eine kleine Mulde, die Sie mit den Soßen oder Speisen füllen, indem Sie sie mit der Hand durch die jeweilige Schüssel ziehen. Mit ein bisschen Übung geht das besser, als man glaubt.
Und eines ist sicher: Sie werden feststellen, dass Ihrem Gatten diese Essweise ein ganz neues Lebensgefühl vermittelt!

(c) Konny von Schmettau