Afrikanische Nächte

Wenn man in Afrika abends bei einem gemütlichen Glas Wein zusammensitzt, dann braucht man keinen Fernseher und kein Radio. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen Bäume und Sträucher in geheimnisvolles Licht. In farbenprächtige Gewänder gehüllt, balancieren anmutige Afrikanerinnen die am Brunnen oder Bach aufgefüllten Tonkrüge auf ihren Köpfen. Kinder rennen lachend um ihre Mütter herum, balgen sich und schreien fröhlich ihre Lebenslust heraus.

Aus der Ferne klingt der Gesang der Frauen, während sie auf Holzkohleöfen das abendliche Pocho - einen Brei aus Maismehl - für die Großfamilie zubereiten. Ein Raunen geht durch die Blätter der Schirmakazien, wenn die Sonne in roter Glut versinkt. Der Geruch der Holzfeuer legt sich über den Duft der Jakarandabäume, während wir still zusammensitzen und all die Eindrücke in uns aufnehmen.
Es dauert nicht lange, da zünden wir die Kerzen an, lehnen uns in unseren Stühlen zurück und genießen die friedliche Atmosphäre um uns herum. Dies ist die Zeit, sich Geschichten zu erzählen.

Essen auf Rädern

Wißt Ihr eigentlich, warum in Afrika so viele Radfahrer von Löwen gefressen werden?

Als Erwachsener gilt man für Raubtiere wie den Löwen normalerweise nicht als Beutetier. So konnten Afrikaner jahrhundertelang unbehelligt durch den Busch gehen, ohne von Löwen angegriffen zu werden.
Das respektable Nebeneinander nahm eine dramatische Wende, als der Afrikaner das Fahrrad entdeckte. Hoch oben auf dem Drahtesel ist der Mensch zwar erst recht zu groß, um Beutetier für den Löwen zu sein. - Aber halt, Moment mal, die Beine bewegen sich ganz schnell im Kreis! Der rennt ja weg von mir, also ist das Beute! Denkt´s, und merkt bei einem satten Rülpser, dass das Essen auf Rädern gar nicht so schlecht mundet.

... aber da gibt es noch viel wildere Geschichten....

© Konny von Schmettau